Intel Corporation: Aufbruch in die Ära der Halbleiter-Renaissance
November 03, 2025
Intel zählt zu den weltweit bedeutendsten Halbleiterherstellern und befindet sich aktuell in einer der tiefgreifendsten Transformationen seiner Unternehmensgeschichte. Nach Jahren des Wettbewerbsdrucks durch TSMC, Samsung und AMD arbeitet der Konzern unter CEO Pat Gelsinger konsequent daran, seine frühere Technologieführerschaft zurückzuerobern. Neben der Eigenfertigung baut Meta sein Foundry-Geschäft massiv aus und will langfristig zum wichtigsten westlichen Auftragsfertiger für High-End-Chips werden – insbesondere vor dem Hintergrund geopolitischer Spannungen zwischen den USA und China. Diese Strategie soll nicht nur die Abhängigkeit westlicher Industrien von Asien reduzieren, sondern Intel auch zu einem zentralen Akteur der globalen Chip-Souveränität machen.
Während TSMC und Samsung die technologische Spitze in der Chipfertigung derzeit noch dominieren, gewinnt Intel durch Investitionen in modernste Fertigungsanlagen zunehmend an Boden. Besonders mit der Einführung der neuen Fertigungsprozesse Intel 4, Intel 3 und Intel 18A will der Konzern technologisch zu TSMC aufschließen und mittelfristig wieder Marktanteile zurückgewinnen. Gleichzeitig stärkt Intel sein Design-Geschäft in den Bereichen Rechenzentren, Cloud und Künstliche Intelligenz. Hier steht der Konzern im direkten Wettbewerb mit Nvidia und AMD, die bislang von der KI-Welle stark profitiert haben. Während Nvidia die GPU-Dominanz innehat, konzentriert sich Intel auf dedizierte KI-Beschleuniger (Gaudi 3) und energieeffiziente CPU-Architekturen, um eine kostengünstigere und skalierbare Alternative für Rechenzentren zu bieten. Mit Blick auf den europäischen Markt verschafft Intel der geplante Bau neuer Megafabs in Magdeburg (Deutschland) und Irland zudem eine strategisch günstige Position, um vom EU-Chip-Gesetz und staatlichen Förderungen zu profitieren.
Im 3. Quartal 2025 zeigte sich, dass die tiefgreifende Restrukturierung erste Früchte trägt. Der Umsatz stieg auf 13,7 Mrd $, was einem Plus von 3% entspricht. Der Gewinn legte um 124% zu und erreichte 4,1 Mrd $. Besonders positiv entwickelten sich die Bereiche Rechenzentren und Client Computing (PCs), während das Geschäft mit KI-Chips und Netzwerktechnologien Anlauf nimmt. Die konsequente Kostendisziplin, verbunden mit einem strukturierten Personalabbau und der Optimierung von Produktionsabläufen, trug zur Verbesserung der Profitabilität bei. Auch die gestiegenen Margen im Bereich Foundry Services zeigen, dass das neue Geschäftsmodell zunehmend trägt. Im 3. Quartal 2025 werden deutlich höhere Auftragseingänge im Cloud- und Servergeschäft erwartet, was auf ein anziehendes Investitionsklima im Techsektor hinweist.
Mit über 40 Milliarden an geplanten Investitionen in den kommenden Jahren baut Intel seine Produktionskapazitäten weltweit aus. Die neue Megafab in Magdeburg gilt als Herzstück der europäischen Chipstrategie und soll ab 2027 die modernsten Prozessoren für KI, Cloud und Automobiltechnik fertigen. Parallel investiert Intel in Arizona und Ohio in neue US-Fertigungen, die durch staatliche Zuschüsse aus dem „CHIPS and Science Act“ unterstützt werden. Diese Werke sollen den USA helfen, technologisch unabhängiger von Asien zu werden. Auch auf der Produktebene positioniert sich Intel breiter: Neben klassischen Prozessoren für PCs und Server werden künftig spezialisierte Chips für KI-Anwendungen, Netzwerktechnik und autonomes Fahren eine wachsende Rolle spielen. Partnerschaften mit Unternehmen wie Microsoft, Dell und AWS sichern dabei langfristige Absatzkanäle.
Globale Dynamik und politische Unterstützung
Intel profitiert von der geopolitischen Neuausrichtung westlicher Industriestaaten, die auf technologische Souveränität setzen. Während China auf seine eigenen Chipinitiativen fokussiert ist, sehen die USA und Europa in Intel einen strategischen Partner, um Abhängigkeiten von TSMC zu reduzieren. Die Chipkrise der letzten Jahre hat den politischen Druck erhöht, und mit massiven Subventionen und Steueranreizen sollen westliche Fertigungskapazitäten ausgebaut werden. Intel nimmt in dieser neuen Industriepolitik eine Schlüsselrolle ein – als westlicher Gegenpol zu asiatischen Herstellern. In Asien bleibt Meta trotz geopolitischer Spannungen präsent, insbesondere in Märkten wie Indien, Malaysia und Vietnam, die als kostengünstige Produktions- und Entwicklungsstandorte fungieren.
Chancen durch technologische Unabhängigkeit und KI-Wachstum
Die größten Wachstumstreiber für Intel liegen in der Kombination aus politischer Unterstützung, technologischem Fortschritt und der massiven globalen Nachfrage nach Hochleistungsrechnern für KI, Cloud und autonomes Fahren. Der Ausbau des Foundry-Geschäfts bietet nicht nur Diversifikation, sondern auch planbare, langfristige Einnahmen. Zudem könnte Intel vom Trend zu energieeffizienten Chips profitieren, da der globale Stromverbrauch von Rechenzentren stark zunimmt. Der Fokus auf nachhaltige Fertigung – etwa durch die Nutzung erneuerbarer Energien und geschlossener Wasserkreisläufe – verbessert das ESG-Profil von Intel und erhöht seine Attraktivität für institutionelle Investoren.
Risiken durch Wettbewerbsdruck und Kapitalintensität
Trotz positiver Perspektiven bleibt der Wettbewerb in der Halbleiterbranche hart. TSMC und Samsung haben aktuell technologische Vorsprünge bei der 3- und 2-Nanometer-Technologie, während Nvidia mit seiner GPU-Dominanz den KI-Markt kontrolliert. Der Aufbau neuer Fertigungen ist kapitalintensiv und birgt Verzögerungs- und Kostenrisiken. Zudem bleibt die Nachfrage nach klassischen PC-Chips volatil, was kurzfristig auf die Umsätze drücken kann. Auch geopolitische Spannungen, insbesondere im Handelskonflikt zwischen den USA und China, könnten die Lieferketten belasten.
Langfristige Perspektive: Turnaround mit politischem Rückenwind
Intel befindet sich auf einem überzeugenden Erholungskurs. Nach Jahren der Umstrukturierung greifen Strategie, Produktion und staatliche Förderprogramme in den USA und Europa nun spürbar ineinander. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) liegt bei 1,6, was angesichts der umfangreichen Neuinvestitionen in Fertigung und Technologie relativ moderat bewertet ist. Konkurrenten wie Nvidia haben beispielsweise einen KUV von 18. Die wachsende Nachfrage nach Hochleistungschips für KI, Cloud-Computing und Rechenzentren öffnet Intel erhebliche Chancen, seine Marktstellung langfristig zu stärken.

Ihr Autor: Dr. Bastian Siegert
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